Start! Jetzt! Wie Rudi Klausnitzers neue Plattform Gründer unterstützt
Die Plattform Start! Jetzt! bringt Menschen mit guten Ideen und prominente Mentoren zusammen. Der Medienmanager will damit dem Krisendenken etwas entgegensetzen.
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Mit 18 Jahren erfand er den Ö3-Wecker, heuer wurde das legendäre Frühstücksformat 52 Jahre alt. Pionierarbeit, die eine beeindruckende Medienkarriere einleitete. Der mittlerweile 72-Jährige wurde unter anderem CEO bei Sat 1, Premiere (Sky) und der Verlagsgruppe News und war außerdem Intendant der Vereinigten Bühnen Wien.
Auch 2020 kann Rudi Klausnitzer das Vordenken nicht lassen, auch oder gerade weil diese Zeit von der Covid-Krise negativ gezeichnet ist: Auf der Plattform Start! Jetzt! bringt er Menschen, die (gerade) jetzt etwas Neues starten wollen, mit prominenten Mentoren zusammen. Damit auch Projekte und Ideen, die nicht in die klassischen Start-up-Muster passen, eine Chance bekommen.
Was kommt nach der Krise?
Doch wie kam es zur Idee? Spontan war sie, natürlich. Klausnitzer im Port41-Interview: Am Höhepunkt der Covid-19 Krise, wo der Fokus nur auf Zusperren, Einsperren, Zu-Hause-Bleiben, Durchhalten lag, dachte ich mir: Was kommt eigentlich danach? Müsste man nicht genau jetzt Visionen haben, die eine andere, eine bessere Zukunft formen? Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die genau darüber nachdenken und wirklich gute Ideen haben – aber es in diesen Zeiten noch viel schwieriger ist, damit zu reüssieren – weil alle Unternehmen und alle Investoren ihre Wunden lecken und versuchen, irgendwie das Jahr rüber zu bringen und natürlich wenig ,Ohr' haben. Noch dazu für ein wenig ,ausgfranstere' Ideen.
Abseits der klassischen Start-ups
Eingereicht wird anonym und nur mit einer kurzen Projektbeschreibung, denn Klausnitzer weiß, dass das Klischee des quirligen, Pitch-freudigen Start-upper nicht auf alle innovativen Geister zutrifft: Nicht jeder fühlt sich wohl beim – nennen wir es: ,Entrepreneur-Porno'. TV-Formate wie 2 Minuten 2 Millionen haben hohen Entertainment-Wert und sind auch wichtig für die Sichtbarkeit der Szene, aber es gibt auch viele, die haben zwar eine Top-Idee, aber schon ein Problem damit, vor zwei Leuten zu reden – geschweige denn in einem Fernsehstudio. Die erste Phase ist also anonym, bei Einreicher und Mentor. Bis Topf und Deckel gefunden werden. Dann kommt es zum ,Date' – und man beredet offen, ob Tat oder Rat oder nur einfach die passenden Ressourcen das Richtige für alle Beteiligten ist.
Prominente Mentoren
Rechtlich ist die Initiative als Verein organisiert, deren ehrenamtlicher Vorstand aus Klausnitzer und dem Rechtsanwalt Karl Newole besteht. Weder Einreicher von Projekten noch Mentoren und Unterstützer sind verpflichtet, Mitglieder zu werden, der Verein ist lediglich eine Plattform, die den Matchmaking-Prozess ermöglicht.
Die Namen der stetig wachsenden Mentoren-Liste machen ordentlich Eindruck. Unterstützung kommt unter anderem von Bundeskanzler Sebastian Kurz, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke, den Gastronomie-Gebrüdern Hans und Thomas Figlmüller, Microsoft-Geschäftsführerin Dorothee Ritz, UNIQA-CEO Andreas Brandstetter, Salzburger-Festspiele-Präsidentin Helga Rabl-Stadler, Michael Piech, Campaigning-Bureau-CEO Philipp Maderthander, Medienunternehmer Michael Grabner, Investor Bernd Kundrun sowie den DIAMIR-Holding-Gründern Lorenz Edtmayer und Maximilian Nimmervoll.
Flexibler Zugang zu den richtigen Ressourcen
Unabhängig, flexibel und vor allem: weit abseits des Förderungs-Dschungels will man nun mit Start! Jetzt! agieren: Jeder, der den schon mal durchforstet hat, weiß, dass das es zwar gut gemeint ist, aber viele Pflanzen abgetötet werden, bevor die überhaupt den ersten Zentimeter gewachsen sind.
Bewerbern auf Klausnitzers Mutmach-Plattform soll dieses Schicksal nicht blühen: Bei den bisherigen Einreichungen sind wirklich tolle Ideen dabei, viele aus dem Social Business. Eine beschäftigt sich etwa mit dem Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung auf Groß-Events, die es ja irgendwann wieder geben wird. Andere sind bereits ausgereift und brauchen nur noch den Profi-Blick von Außen um sie zu optimieren. Oder die Ressourcen dazu. Und wiederum andere brauchen den Mut zum Blick aufs globale Geschehen, in das ihr Projekt eingebettet werden könnte.
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Gründer müssen die Idee atmen
Sein Zuruf an alle, die die Welt von Morgen mit ihren Ideen, Produkten und Dienstleistungen formen wollen? Was braucht es denn, um ans Ziel zu kommen? Ausdauer. Das ,Selbst-zu-100-Prozent-involviert-Sein'. Und eine gewisse Anpassungsfähigkeit an die Gegebenheiten. Das kannst du nur, wenn du die Idee atmest, sie lebst. Dann kannst du hartnäckig sein und bleiben. Ein Beispiel: Der Film Rain Man hat sieben Jahre lang Finanziers gesucht, die bereit waren, zu produzieren. Und dann war er einer der stärksten Oscar-Filme aller Zeiten. Da kann man natürlich sagen, ,Moment einmal, warum hat da in den ersten sieben Jahren niemand gesehen, was da Geniales dahinter steckt?' Das richtige Timing, eine Portion Glück und das richtige Netzwerk in Ehren, aber was ist das alles wert ohne Ausdauer?
Und was ist Klausnitzers persönlicher Benefit dabei? Ich lerne unglaublich viel. Das hat sich seit 52 Jahren wohl nicht geändert.
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